Pressespiegel

16.04.12

Carsten Höfer feilt an seinem neuen Bühnenprogramm



Münster
- Nicht jeder Text sitzt schon bombensicher – muss er auch nicht, denn Carsten Höfer lotete bei der Vorpremiere zum neuen Programm „Secondhand Mann“ aus, was wirklich ankommt und wo noch gefeilt und poliert werden muss. Das Publikum war jedoch schon mit der Rohfassung des kommenden Programms überaus zufrieden und feierte den Kabarettisten im braunen Glanzanzug mit viel Beifall.

Höfer, längst als „Frauenversteher“ auf den Bühnen erfolgreich, erforscht nun den Mann. Ein ganz besonderes Modell hat er entdeckt: den „Secondhand-Mann“. Eigentlich sollte der Untertitel dazu „Mit dem Zweiten liebt es sich besser“ heißen, aber das ZDF habe, so Höfer, auf seine „potente juristische Abteilung“ hingewiesen, und nun behauptet Höfer im Untertitel: „Gebrauchte Männer l(i)eben besser“. Vor allem, wenn sie „staatlich geprüft“ seien. Dazu gehören mindestens zwei standesamtliche Trauungen sowie eine selbsterworbene Scheidungsurkunde. Er kenne sich da aus, schmunzelte Höfer. Der „Secondhand-Mann“ habe schon eine „hervorragende Ausbildung durch die Vorbesitzerin genossen“, sei „handzahm und fügsam“. Ein paar Termini aus dem Automobilhandel präzisierten die Definition dieses besonderen Mannes: Er müsse nicht „die ersten 30 000 Kilometer untertourig gefahren werden“. Hätte er jedoch „zu häufigen Pflegestellenwechsel“ aufzuweisen – gemeint sind Männer aus dritter oder vierter Hand – solle man vorsichtig sein. Aber ohne Klischees geht dieses Thema anscheinend nicht: Wenn ein Mann ein Geschenk für eine Frau suche, so Höfer, könne er entweder danach googeln und „4 720 000 Einträge“ finden oder selbst aktiv werden und mit ihr „lässig durch den Baumarkt schlendern“. Um ihr dann freudig-fündig zurufen: „Winkelschleifer sind im Angebot!“ Höfer präsentierte ein witziges Medley aus montierten Klischees über Männer und Frauen, gewürzt mit deftigen Kalauern über den Umgang von Männern (und nicht nur dem „Secondhand-Mann“) mit Dekoartikeln und Massageeinheiten. Welche der Pointen und Szenen werden wohl den Sprung in die Premiere am 26. Oktober im Kreativhaus schaffen?


(WN, 16.04.2012, Heike Eickhoff)


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